Art-Direktor vs Grafik-Designer

5 Beiträge:

gari

#1

Guten Morgen,
kann jemand von euch mir den genauen Unterschied erklären zwischen dem Beruf des Grafiker-Designers und des Art-Direktors?
Hintergrund:
Ich arbeite seit über 20 Jahren als Grafik-Designer (nicht studiert, sondern hochgearbeitet vom Mediengestalter). Ich erstelle u. a. Anzeigenkampagnen, entwickele Corporate Designs für Printmedien, gestalte Messeauftritte, bin verantwortlich für die Fotoregie und habe ich Personalverantwortung für einen Azubi… Nebenbei (ohne zusätzliche Bezahlung) halte ich ständig die Ohren und Augen offen, ob die Designrichtlinien von den anderen Mitarbeitern (Redakteur, Webdesign, Mediengestalter…) eingehalten werden, damit ein einheitliches Erscheinungsbild das Haus verlässt.
Ich möchte gerne, dass mir von meinem Kollegen alle Dinge vorgelegt werden, die in den Druck gehen oder auf der Website veröffentlicht werden, damit ich kontrollieren kann, ob das Corporate Design eingehalten wurde und ich ggf. noch eingreifen kann.

Mein Arbeitgeber fragte mich nach dem „Titel“, den ich dann haben möchte. Da stehe ich ein wenig auf dem Schlauch. Ist „Art-Direktor“ die richtige Bezeichnung? Und kann ich dafür ein höheres Gehalt verlangen?

Ich freue mich auf eure Antworten!
Danke schön!
Viele Grüße, gari

Bernd Struckmeyer // Dipl. Designer (FH)

Bernd Struckmeyer // Dipl. Designer (FH)

#2

Ja, du kannst dich „Art-Direktor“ nennen, wenn du dich damit besser fühlst. Und ein höheres Gehalt kannst du wie jeder abhängig Beschäftigter verlangen. Viel Erfolg bei der Verhandlung mit der „anderen Seite“ in einer Branche ohne Tarifbindung und ohne starker Gewerkschaft, deren Arbeitsbedingungen im Vergleich zu anderen Branchen komplett unterirdisch sind.

| Antwort auf gari

gari

#3

„…in einer Branche ohne Tarifbindung und ohne starker Gewerkschaft, deren Arbeitsbedingungen im Vergleich zu anderen Branchen komplett unterirdisch sind.“

Hallo, das hast du schön gesagt. Das ist schon ein trauriges Thema mit den Gehaltsverhandlungen in unserer Branche.

| Antwort auf gari
Artur Piestricow

Artur Piestricow

#4

Hallo,

zunächst eine Klarstellung.
Grafikdesigner ist ein Beruf.
wobei Art Direktor eine Funktion ist.

Ein Grafiker kann durch seine Erfahrung zum Art-, Kreativ-Direktor aufsteigen.

Selstverständlich ein guter Grafiker hat genauso viel Ahnung wie ein Art Direktor, er kann konzeptionell arbeiten, schliesslich gehört Konzeption zu seine Ausbildung.
Dazu sollte auch die Konzeption gut umsätzen können, ein Art Direktor muss es nicht mehr.
In der Hierarchi hat normalerweise ein Team von Grafikern unter sich, die müssen nach seinen Anweisungen arbeiten.

Ein Artdirektor, ich sehe als berufliche Reife, tut Abläufe Koordinieren. Kaltulation, Kontakte mit Kunden, Briefings, Gestalltungsarbeiten, oft Text, Herstellung und Produktion steuern, etc.

In eine, z.B., mehrköpfhige Agentur wird die Hierarche aufgestellt:
zuerst Kreativ Direktor – er ist zuständig für das Schöne, die Design – Linie,
dann der schon genannte Art Direktor,
und der Grafik Designer – als ausführende Kraft.

Klar, ein „Vollblutt“ Grafiker, kann es auch.

Ich hoffe, es hat ein wenig Licht in der Sache gebracht.

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Bernd Struckmeyer // Dipl. Designer (FH)

Bernd Struckmeyer // Dipl. Designer (FH)

#5

Obenstehend eine interessante Erläuterung der Positionen „Grafiker“, „Art-“ und „Kreativ-Direktor“ – ähnlich sehe ich das auch. Voraussetzung ist natürlich, dass es entsprechende betriebliche Strukturen beim Arbeitgeber gibt. Dennoch ist damit nicht beantwortet, dass sich immer ein Karriereschritt innerhalb der Hackordnung eines Unternehmens in der Design- und Werbebranche finanziell lohnt, wenn man bedenkt, welche Spreizungen es meistens zwischen Geschäftsführer- und Angestelltenpositionen bei den Gehältern gibt. Ein Titel ist von der „anderen Seite“ als Motivationsmöhre gerne vergeben – eine Gehaltserhöhung weniger, weil es der Markt so hergibt. Es fehlt der Arbeitnehmerseite die Verhandlungsmacht – kein Wunder bei ca. 7% Organisationsgrad aller Werbe- und Design-Abhängigbeschäftigten in Gewerkschaften. Zu dieser Situation gehören letzten Endes immer zwei: diejenigen, die die Arbeitsbedingungen bestimmen und die, die es mit sich machen lassen.

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